Mondorfer Männergesangverein Liederkranz
Ab dem Jahr 1947 mit dem MGV vereint.

Vereine









evtl. 1929

     

"Gruppenbild mit Fahnenschleife"
Eventuell ist das Bild 1929 aufgenommen - ich glaube, auf der Fahnenschleife die Jahreszahl 1929 erkennen zu können und diese wird hier so stolz präsentiert.
Dank an Walter Florin für dieses Bild! (Bild anklicken für großes Bild)

[Liederkranz 1929 ?]



etwa 1932

     

"Gruppenbild"
Das Bild scheint etwa 1932 aufgenommen worden zu sein, denn auf der Fahne kann man eine 25 erkennen - wohl ein Hinweis auf das 25-jährige Jubiläum in 1932. Diesmal ist die Schleife nach hinten gewendet. Die beiden Bilder unterscheiden sich leicht: auf dem zweiten Bild sind rechts "Krücke Adolf" und links hinten an der Fahne noch einer hinzugekommen.
Dank an Willi Josef Kurth für diese Bilder! (Bilder anklicken für größeres Bild)

[Liederkranz 1932 ?]
[Liederkranz 1932 ?]



1932

Der Gesangverein Liederkranz im Mai 1932 bei diesem Jubiläum im Hof der Volksschule
Auf dem Photo sind 97 Männer und 3 Frauen zu sehen.  

[Liederkranz 1932]



1932

Veranstaltung auf der Bühne (an der Volksschule). Die Organisation lag in den Händen von Lehrer Dietermann, der hier links vorne an der Treppe zu sehen ist. Rechts sagt das getragene Schild "MGV Rheidt" und links "Festgebender Verein". Sehr schön zu erkennen ist die neue Fahne.
Dank an Hans Bischoff für die Ausleihe des Bildes.

[Liederkranz 1932]



25 Jahre Liederkranz Mai 1932

Der Bericht über dieses Jubiläum.
Dank an P. B. vom MGV für die Ausleihe dieses Dokumentes und Bildes




Bericht über das Jubelfest des Männer Gesangvereins "Liederkranz" im Mai 1932

Wochen und Monate angestrengtester Vorbereitungen zu dem Fest waren verstrichen. Jeder hatte in dieser Zeit voll und ganz auf seinem Posten gestanden und seine ganzen Kräfte in den Dienst des Vereins gestellt. In den Ausschüssen war fleißig gearbeitet worden. Besonders die Mitglieder, die die Anzeigen für die Festschrift zusammenholten, haben in ganz ausgezeichneter Weise gearbeitet, galt es doch, die finanzielle Grundlage für das Fest auf diesem Wege sicher zu stellen.

Und heute dürfen wir wohl sagen, daß wir hier die richtigen Leute am richtigen Platze hatten. Kein Gang war ihnen zu viel, keine Zeit zu schade, manches Unangenehme mußten sie in die Tasche stecken - - doch sie taten es gern und freudig.

Ein ganz besonderes Sorgenkind war die Festschrift, die trotz der nicht gerade günstigen Zeitverhältnisse einen verhältnismässig großen Umfang angenommen hatte, mit dem die Herausgeber anfangs gar nicht gerechnet hatten. Treue Zusammenarbeit der Beteiligten hat aber auch hier zu einem vollen Erfolg geführt. Besonders das Mitglied Josef Görgens hat bei Sortierung der Anzeigen gute Arbeit geleistet, genau so korrekt wie er die Kassengeschäfte geführt hat, so tat er es auch hier.

Als die Vorarbeiten für die Festschrift abgeschloßen wurden, mußten wir feststellen, daß wir die stattliche Anzahl von 120 Seiten erreicht hatten, wohl die größte und umfangreichste Festschrift, die in den letzten Jahren in unserer engeren Heimat herausgekommen ist. Abgesehen von einigen Druckfehlern, hat die Festschrift eine sehr gute Ausstattung in Bezug auf die eingekommenen Anzeigen sowohl als auch auf die Anordnung der Texte und Programme. Die meisten Festschriften haben den Nachteil, daß sie zu sehr den Anzeigenteil in den Vordergrund schieben und dadurch den eigentlichen Zweck einer Festschrift, nämlich den Aufbau und den Verlauf anzuzeigen, in den Hintergrund verdrängen. Darum gingen die Herausgeber von dem Standpunkt aus, den geschichtlich wertvollen Teil gesondert von den Anzeigen zu bringen.

So gewinnt die Festschrift auch einen Wert für unsere nachkommenden Generationen. Besondere Wertschätzung hat die Festschrift bei den ehemaligen Mondorfern gefunden, die fern von der Heimat weilen.
So schrieb unser allverehrter Pater Ivo Beu aus Amerika:

Victoria (Amerika 1932)
"Ungemein viele Freude brachte mir Ihr lieber Brief und die Festausgabe des Mondorfer Gesangvereins Liederkranz".
Man hört ja immer gern aus der Heimat, und einem echten Rheinländer könnte man eher das Herz aus dem Leibe, als los vom Rheine reissen.--!"

So oder ähnlich werden noch viele von den draußen lebenden Mondorfern gedacht haben. In stillen Stunden werden sie noch recht oft das Buch zur Hand nehmen, um in der Erinnerung noch einmal all das zu erleben, was damals in einer bewegten Zeit geschafft wurde.

Dem Ernst der Zeit entsprechend sah man von allen unnützen Ausgaben ab. War es sonst üblich, daß bei ähnlichen Anlässen das Dorf geschmückt wurde, so beschränkte man sich jetzt nur auf das Podium auf dem Schulplatze, wo der Festchor gesungen wurde, und auf den Eingang zum Saal. Schlicht und einfach war alles - - um so eindrucksvoller aber war die Wirkung. Besonders ist das von den Dekorationen im Saal zu sagen, die als wirklich musterhaft bezeichnet werden dürften. Alles war auf eine freudige und tiefe aber doch auch ernste Festesstimmung angelegt worden, was auch von den vielen auswärtigen Gästen anerkannt wurde.

Eingeleitet wurde das Fest mit einem Fest-Kommers, Samstagabend um 8 Uhr. Die Leitung lag in den Händen des Vorsitzenden des Festausschusses, Lehrer Dietermann, der in einer ruhigen und sachlichen Weise sich seiner vielseitigen Aufgabe entledigte. Der ganze Kommers war in seinem Aufbau und in seinem Verlauf eine mustergültige Veranstaltung. Festesstimmung überall!

Am Ehrentisch hatten eine ganze Reihe Ehrengäste Platz genommen, alte Bekannte, Freunde und Förderer. Nur der Protektor der ganzen Veranstaltung, Bürgermeister Hecker, konnte wegen eines Todesfalles nicht teilnehmen. Für ihn sprang Ortsvorsteher Giesen ein, der auch die Festrede übernommen hatte. In kurzen, treffenden Worten feierte er den deutschen Männergesang, der gerade hier am Rhein in besonders schöner Weise gepflegt werde. Daß es immer so bleiben möchte, daß der deutsche Männergesang ein Bindeglied werden möge zwischen den Menschen und das Harte und Sorgenvolle des Alltages vergessen machen möge, war im Ausklang seiner Rede sein Wunsch. Möchte es so bleiben auch in den kommenden Jahren.

Die Darbietungen des Kommerses sind einzeln aufgeführt in der Festschrift.

Erwähnt sei noch, daß es sich der ehemalige Dirigent des M.G.V. "Liederkranz", Musikdirektor Willi Schell nicht hatte nehmen lassen persönlich zu erscheinen, er, der weit über die heimatlichen Gaue bekannte Chordirigent. Mit ihm war auch sein Freund Königshausen, auch ein langjähriger Dirigent des "Liederkranz", als Gast erschienen.

Mit dem Kommers verbunden war die Fahnenweihe. Die bisherige Fahne hatte in ihrem alten Glanz nachgelassen, und so wurde mit großen Opfern eine neue geschaffen, ein kostbares, farbenprächtiges Stück echter Handarbeit. In der Ansprache bei der Enthüllung ging der Redner, Herr Lehrer Braß, auf das Geschichtliche der Fahne und ihrer Bedeutung ein. Er zeigte, wie gerade die Fahne immer das Symbol der Einigkeit und des Zusamenhaltes gewesen sei. Treue schwur der Soldat zu seiner Fahne. Um diese ging in heißer Schlacht der Kampf bis zum letzten Atemzuge. Wenn auch die Zeiten heute anders sind, so wollen wir aber die Fahne immer noch als das Zeichen unserer Verbundenheit und Treue festhalten.

So ging der Kommers in gehobener und freudiger Stimmung nach Stunden edelsten Kunstgenusses zu Ende.

Der Sonntag sah nun alle Teilnehmer zuerst im Festgottesdienst wieder, der durch eine sinnige und schlichte Totengedenkfeier beendet wurde, bei der Herr F. Daniels in ernsten, eindrucksvollen Worten der Gefallenen und Toten des Vereins gedachte. Ein Trauerchor und die uralte Weise vom alten Kameraden, die immer wieder unser Herz und Gemüt tief ergreift, wo immer es auch sein mag, schloß auch diese Feier. Ist es nicht etwas ergreifendes, diese Verbundenheit, auch bei festlichen Anlässen, von den Lebenden mit den Toten, im Angesichte des Gotteshauses auf geweihter Erde, inmitten der letzten Ruhestätte mit erleben zu können! Muß da nicht die Liebe zur Heimat tiefe Wurzeln schlagen!

Im Anschluß an diese Feier marschierten die Mitglieder in geschlossenem Zuge in das Lokal des Brudervereins, dem "Männer Gesangverein Mondorf". Heitere und frohe Weisen bildeten dort die Begleitung zu einem Kruge Bier. Einige Ansprachen wurden gehalten, gute Kameradschaft mit dem Bruderverein zu halten.

Nachmittags nun herrschte reges Leben im Dorfe. Von allen Seiten trafen die Vereine ein. In den zwei größten Lokalen wurden Chöre und Lieder vorgetragen. Auf dem Schulplatze nahmen die Vereine zuerst Aufstellung. Sie wurden begrüßt durch den allbekannten Chor "Die Himmel rühmen" mit Orchester. Hieran schloß sich der Festzug, der, von zwei Musikkorps begleitet, in mustergültiger Ordnung dem Dorfe ein Bild der Einigkeit und des Zusammenhalts bot. Mit einem Festball in allen Sälen schloß dann die Feier des 25jährigen Bestehens des M.G.V. "Liederkranz".

Möchte die sturmbewegte Zeit, in der wir all die Jahre gestanden haben und jetzt noch stehen, recht bald einer freundlicheren Periode weichen, damit wir einst das 50jährige Bestehen im tiefsten Frieden feiern können.


Caspar Engels, Vereinsführer.                              Wilhelm Braß




Gratulationsbriefe und Telegramme:
 

Lieber Männer Gesangverein "Liederkranz"              hier

Empfangen Sie bitte von mir die herzlichsten Glück- und Festtagswünschezu Ihrem silbernen Jubelfeste. Ich gestatte mir Ihnen anliegend ein kleines Zeichen meiner Wertschätzung Ihres Vereines zu überreichen, mit dem innigen Wunsche für sein weiteres Wohlergehen.
       Wessling




            Mondorf, den 14. Mai 1932
      
Sehr geehrter Herr Präsident!
Zu meinem Bedauern kann ich bei Ihrem Jubiläumsfestakte, weil Samstag ist, nicht persönlich dabei sein. Darum entbiete ich auf diesem Wege, aber darum nicht weniger herzlich, dem Gesangverein Liederkranz zum silbernen Jubelfeste meinen Gruß und meinen Glückwunsch.
Als Pfarrer weiß ich den hohen Wert eines gutgesinnten Männergesangvereins für seine Mitglieder und für die Gemeinde wohl zu schätzen, und gebe ich der Hoffnung Ausdruck, daß der gute Geist, der im Gesangverein Liederkranz bisher geherrscht hat, den Verein auch weiterhin beseele zur Freude seiner Mitglieder und zum Wohle der ganzen Gemeinde
Ganz besonders freue ich mich, daß Sie, Herr Präsident, stets mit einer stattlichen Zahl Ihrer Mitglieder zugleich dem Kirchenchor angehört haben. Diese innige Verbindung des Gesangvereins Liederkranz, nein auch des Männergesangvereins Mondorf, mit dem Kirchenchor hat bis dahier färdernd und befruchtend auf beide Vereine gewirkt, weshalb ich als Präses des Kirchenchors und im Namen des Kirchenchors Ihnen zum Jubelfeste besonders herzlich gratuliere.
Möge die schöne Harmonie zwischen den weltlichen Gesangvereinen und dem Kirchenchor auch weiterhin fortdauern zum Nutzen unserer Gemeinde.
Aber auch Ihnen persönlich, sehr verehrter Herr Präsident, sprech ich meinen herzlichen Glückwunsch aus zu dem Jubiläum, das Sie heute feiern können als Präsident des Gesangvereins Liederkranz, den Sie die 25 Jahre mit so großer Opferfreudigkeit und Umsicht geleitet haben. Möge es Ihnen vergönnt sein, dem Verein mit gleicher Freudigkeit, mit gleichem Erfolge noch weitere 25 Jahre vorzustehen und ihn einer glücklichen Zukunft entgegenzuführen.
Ich rechne mir zur Ehre an, beiden Männergesangvereinen als inaktives Mitglied anzugehören und werde gerne beide Vereine fördern, sooft sich mir dazu Gelegenheit bietet.
Dem feste wünsche ich einen schönen Verlauf und bitte, mein Fehlen bei dem Festakte entschuldigen zu wollen.
Ihnen, sehr verehrter Herr Präsident, und dem Gesangverein Liederkranz sowie auch der ganzen Festversammlung meinen Gruß entbietend, bin ich Ihr sehr ergebener
       Pastor Demuth
N.B.: Als Inaktiven-Beitrag lege ich Ihnen für dieses Jahr den Betrag von 20 M bei.
       .... d.V.




An Männer=Gesang=Verein "Liederkranz" Mondorf

Mit herzlichem Dank für die freundliche Einladung übersende ich zum 25jährigen Stiftungsfest dem Verein herzliche Glückwünsche.
Leider ist es mir nicht vergönnt, persönlich an Ihrem schönen Feste teilzunehmen. Im Geiste bin ich bei Ihnen und in meinem lieben Mondorf, das Gott segnen möge.
Allen Festteilnehmern die besten Grüße.
Hückeswagen, 14. Mai 1932 - F.Boventer, Pfarrer.







Und hier drei Telegramme anderer Vereine und von Dr. Braun, der
wohl unterwegs war in Hannover.
 

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